Caritas Christi

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Dies ist Auszug aus dem Dekret "Caritas Christi" der KKD mit Schwerpunkt Homosexualität.

Wortlaut Caritas Christi+=

Teil 1 Die Kirche und die Homosexualitaet – sittlich gesehen

In der heutigen Zeit sehen wir uns mit einer neuen pastoralen Herausforderung konfrontiert:

  • Der Begleitung und Seelsorge homosexueller Menschen.

Der Begriff Homosexualitaet ist in den christlichen Grundschriften (Bibel, Dokumente der Kirchenvaeter) nicht zu finden. Ueberhaupt versteht die Bibel und ihre Zeit unter Homosexualitaet nicht das, was wir in unserer heutigen Umwelt damit in Verbindung bringen. Homosexualitaet im AT

“22 Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.” Lev 18, 22 13 Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen. Lev 20,13 Diese beiden Torahgebote beziehen sich allerdings nicht nur auf den Geschlechtsverkehr unter Maennern. Ebenso mit dem Tode bedroht ist nach dem juedischen Gesetz der Analverkehr mit einer Frau. Geschlechtsverkehr meint im biblischen Verstaendnis tatsaechlich das Geschlecht im Sinne der Sexualorgane, also weiblich: Vagina und maennlich: Penis.

Die Besonderheit an Leviticus ist, dass Leviticus neben der religioesen auch gleichzeitig eine legale Rechtsgrundlage war. Leviticus war also Gesetz, damit war es nicht nur fuer die Juden verbindlich, sondern auch fuer alle Nichtjuden, die sich auf juedischem Gebiet befanden.

“1 Die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot saß im Stadttor von Sodom. Als er sie sah, erhob er sich, trat auf sie zu, warf sich mit dem Gesicht zur Erde nieder 2 und sagte: Meine Herren, kehrt doch im Haus eures Knechtes ein, bleibt über Nacht und wascht euch die Füße! Am Morgen könnt ihr euren Weg fortsetzen. Nein, sagten sie, wir wollen im Freien übernachten. 3 Er redete ihnen aber so lange zu, bis sie mitgingen und bei ihm einkehrten. Er bereitete ihnen ein Mahl, ließ ungesäuerte Brote backen und sie aßen. 4 Sie waren noch nicht schlafen gegangen, da umstellten die Einwohner der Stadt das Haus, die Männer von Sodom, Jung und Alt, alles Volk von weit und breit. 5 Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren. 6 Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloss sie hinter sich zu7 und sagte: Aber meine Brüder, begeht doch nicht ein solches Verbrechen! 8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Ich will sie euch herausbringen. Dann tut mit ihnen, was euch gefällt. Nur jenen Männern tut nichts an; denn deshalb sind sie ja unter den Schutz meines Daches getreten.1 9 Sie aber schrien: Mach dich fort!, und sagten: Kommt da so ein einzelner Fremder daher und will sich als Richter aufspielen! Nun wollen wir es mit dir noch schlimmer treiben als mit ihnen. Sie setzten dem Mann, nämlich Lot, arg zu und waren schon dabei, die Tür aufzubrechen. 10 Da streckten jene Männer die Hand aus, zogen Lot zu sich ins Haus und sperrten die Tür zu. 11 Dann schlugen sie die Leute draußen vor dem Haus, Groß und Klein, mit Blindheit, sodass sie sich vergebens bemühten, den Eingang zu finden. 12 Die Männer sagten dann zu Lot: Hast du hier noch einen Schwiegersohn, Söhne, Töchter oder sonst jemand in der Stadt? Bring sie weg von diesem Ort! 13 Wir wollen nämlich diesen Ort vernichten; denn schwer ist die Klage, die über die Leute zum Herrn gedrungen ist. Der Herr hat uns geschickt, die Stadt zu vernichten. 14 Da ging Lot hinaus, redete auf seine Schwiegersöhne ein, die seine Töchter heiraten wollten, und sagte: Macht euch auf und verlasst diesen Ort; denn der Herr will die Stadt vernichten. Aber seine Schwiegersöhne meinten, er mache nur Spaß. 15 Als die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel Lot zur Eile: Auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht wegen der Schuld der Stadt hinweggerafft wirst. 16 Da er noch zögerte, fassten die Männer ihn, seine Frau und seine beiden Töchter an der Hand, weil der Herr mit ihm Mitleid hatte, führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. 17 Während er sie hinaus ins Freie führte, sagte er: Bring dich in Sicherheit, es geht um dein Leben. Sieh dich nicht um und bleib in der ganzen Gegend nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst du auch weggerafft.2 18 Lot aber sagte zu ihnen: Nein, mein Herr, 19 dein Knecht hat doch dein Wohlwollen gefunden. Du hast mir große Gunst erwiesen und mich am Leben gelassen. Ich kann aber nicht ins Gebirge fliehen, sonst lässt mich das Unglück nicht mehr los und ich muss sterben. 20 Da, die Stadt in der Nähe, dorthin könnte man fliehen. Sie ist doch klein; dorthin will ich mich retten. Ist sie nicht klein? So könnte ich am Leben bleiben. 21 Er antwortete ihm: Gut, auch das will ich dir gewähren und die Stadt, von der du sprichst, nicht zerstören. 22 Schnell flieh dorthin; denn ich kann nichts unternehmen, bevor du dort angekommen bist. Deshalb nannte er die Stadt Zoar (Kleine). 23 Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, 24 ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn, vom Himmel herab. 25 Er vernichtete von Grund auf jene Städte und die ganze Gegend, auch alle Einwohner der Städte und alles, was auf den Feldern wuchs. 26 Als Lots Frau zurückblickte, wurde sie zu einer Salzsäule. 27 Am frühen Morgen begab sich Abraham an den Ort, an dem er dem Herrn gegenübergestanden hatte. 28 Er schaute gegen Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet im Umkreis und sah: Qualm stieg von der Erde auf wie der Qualm aus einem Schmelzofen. 29 Als Gott die Städte der Gegend vernichtete, dachte er an Abraham und ließ Lot mitten aus der Zerstörung fortgeleiten, während er die Städte, in denen Lot gewohnt hatte, von Grund auf zerstörte.” Gen 19, 1 – 29

Die Geschichte von Sodom und Gomorrha verdeutlicht noch einen Aspekt: den der sexuellen Gewalt. Bis heute ist es im mittleren Osten Praxis, dass Maenner Maenner vergewaltigen, um sie zudemuetigen.

"18 Unter den Frauen Israels soll es keine sakrale Prostitution geben, und unter den Männern Israels soll es keine sakrale Prostitution geben.” Dtn 23,18 Auch der von den Israeliten uebernoemmene Brauch der Quedeschen (Tempelhuren: weiblich, maennlich) wurde schliesslich durch das juedische Gesetz geaechtet und verboten.

Auch macht das Alte Testament einen deutlichen Unterschied zwischen maennlicher und weiblicher Homoerotik. Lesbische Sexualitaet wurde nicht als sexuelle Handlung oder strafbare Unzucht bewertet, da kein Sperma verschuettet wird.

"16 Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. 17 Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun - nur der Tod wird mich von dir scheiden. 18 Als sie sah, dass Rut darauf bestand, mit ihr zu gehen, redete sie nicht länger auf sie ein. “ Rut 1: 16 – 18 Hier verspricht die Moabiterin Ruth ihrer Schwiegermutter, der Israelin Naomi, sie in einer eheaehnlichen Gemeinschaft zu versorgen, da die Versorger (Ehemann und Soehne) alle verstorben waren und Naomi somit ohne Versorgung war. Wir sehen hier also , dass es bereits im Alten Testament so etwas wie eine “zivile Ehe” gab, die schlicht dazu angedacht war, die soziale Versorgung sicher zu stellen.Homosexualitaet im NT Mit der Person Jesus Christus+ wird die Thora nach christlichem Verstaendnis erfuellt. Christus+ formuliert es so: Der Mensch ist nicht fuer den Sabbat da, sondern der Sabbat fuer den Menschen da” Weitergehend kann man das auch auf das Gesetz beziehen – das Gesetz ist fuer den Menschen da, nicht umgekehrt. Der heilige Apostel Paulaus geht sogar noch weiter, indem er schreibt: alles ist mir erlaubt, aber nicht alles nuetzt mir. 21 Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, 22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. Markus 7, 21 f

Der Lasterkatalog, indem Unzucht erwaehnt wird. Nach dem Verstaendnis der Thora ist Analverkehr Unzucht, das “Verschuetten, Vergeuden” von Samen ebenso.

Christus+ fuehrt seine Neubewertung des Gesetzes fort in Markus 7,14-15 als er sagt:

"14 Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: 15 Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.”

Damit sagt er, dass die Intention einer Handlung das Wesentliche ist, nicht so sehr die Handlung selbst.

“6 Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen,2 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. 9 Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. 12 Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.” Markus 10, 6 – 12

Diese Bibelstelle scheint hier kontraer zu Markus 7,15 – 16

Man darf aber bei der Betrachtung der Bibel auch den historisch-kritischen Aspekt nicht ausser acht lassen. Die Ehe war zu Zeiten Christi+ mehr oder weniger das Sozialsystem, ohne das besondersFrauen sehr schnell ins soziale Abseits rutschten. Die juedische Ehepraxis kalkuliert eine Scheidung bereits bei der Hochzeit ein, das heisst, der Frau wird im Ehevertrag eine Abfindesumme zugesichert, die ihr im Falle einer Scheidung zusteht. Christus+ kritsiert hier also, dass ein Mann sich aus einer Verpflichtung einfach frei kaufen kann. Er kritisert auch, die Ehe als blosses “Versorgungssystem” zu missbrauchen und sich eine lukrativere Situation zu erheiraten.

Das Sakrament der Ehe muss, um wirksam zu bleiben, taeglich gelebt werden. Ist dies nicht der Fall, so ist die Ehe theologisch schon geschieden.

Eine sakramentale Ehe besteht also nach dem Verstaendnis Christi+ nur zwischen Mann und Frau. Daraus kann man aber nicht schlussfolgern, dass homosexuelle Partnerschaften, die aus Liebe und Hingabe zu einander bestehen, von Christus+ abgelehnt werden.

Christus+ erwaehnt sie nicht, weil sie zu seiner Zeit schlicht nicht gelebt wurden.

"36 Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. 37 Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl 38 und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.5 39 Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist. 40 Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister! 41 (Jesus sagte:) Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. 42 Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? 43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht. 44 Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.6 45 Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. 46 Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt. 47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. 48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. 49 Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? 50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!” Lukas7,36-50

Gerade hier wird noch einmal bekraeftigt, was Christus+ in Mk 7, 15 sagt:

Es ist die Intention, die ueber Suende oder nicht entscheidet.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und umgekehrt. Letztlich muessen wir die Frage nach “Porneia” stellen, nach “Unzucht”. Heterosexuelle Unzucht ist nicht weniger suendhaft, als homosexuelle.

Unter dem Aspekt heutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse ist Homosexualitaet aber nicht gemeinhin mit Unzucht gleichzusetzen.

Die Kirche hat hier bisher zwischen der Veranlagung, fuer die der Mensch nichts kann und dem Ausfuehren homosexueller Handlungen unterschieden. Dies scheint aber ein Widerspruch zu sein, wenn man anerkennt, dass der Mensch als sexuelles Wesen mit sexuellen Beduerfnissen erschaffen wurde, andererseits nur die heterosexuelle Sexualitaet als “richtig” angesehen wird.

In Genesis heisst es, dass Gottes Schoepfung gut ist. So ist auch ein homosexueller Mensch zunaechst nicht schlechter, als ein heterosexueller.

Sexualitaet nur im Lichte der Fortpflanzung zu betrachten, greift zu kurz und wird der Bedeutung, die eine gesunde Sexualitaet fuer den Menschen beinhaltet, nicht gerecht. Das hohe Lied der Liebe beschreibt die starke Bindungskraft, die ein erfuelltes und aktives Sexualleben hervorbringen kann. Dabei geht es hier rein um die Freude und Lust aneinander und miteinander.

Der andere Aspekt ist, dass nichts zur ungesunden Obsession werden soll, nichts zur egoistischen Manipulation, was im Bereich der Sexualitaet schnell geschehen kann.

Eine gesunde Einschaetzung und Akzeptanz der eigenen, sexuellen Beduerfnisse sind also von hoechster Wichtigkeit. Wie aber soll ich etwas kontrollieren koennen, was mir eine rigide und unrealistische Sexualmoral von vornherein verbietet?

Unzucht ist, wenn ich meine sexuellen Neigungen nicht im Griff habe – dazu gehoert ebenso die Verdraengung und Leugnung dieses Beduerfnisses.

Wenn ich meiner Sexualitaet einen geschuetzten Rahmen geben kann, (Ehe, monogame Partnerschaft), so laufe ich viel weniger Gefahr, mich obsessiv mit diesem Thema auseinander zu setzen und eine neurotische, ungesunde Geisteshaltung zu entwickeln.

Dazu bedarf es der Akzeptanz und Erkenntnis, dass homosexuelle Partnerschaften zwar anders zu bewerten sind, als eine sakramentale Ehe zwischen Mann und Frau, aber nicht grundsaetzlich schlechter sind.

Sie sind andersartig, nicht gleichwertig, aber auch nicht schlecht oder minderwertig. Sie beinhalten auch die Pflicht, gewisse Gegebenheiten an zu nehmen und zu akzeptieren, wie etwa denVerzicht auf Kinder und den Status einer sakramentalen Ehe.

Dennoch sollte die Kirche hier handeln, wie Christus+ uns in Markus 7, 15 vorgibt: Barmherzigkeit, Caritas gegenueber all denjenigen, die nicht in die kirchliche “Norm” passen. Auch sie beduerfen der pastoralen Sorge und Begleitung und ihre Entscheidung, zu ihrer “Andersartigkeit” zu stehen, sollte nicht bestraft werden.

Wenn wir uns als Kirche nur auf Sexualitaet zu Fortpflanzungszwecken konzentrieren, diskreditieren wir auch gleichzeitig all jene Ehepaare, die keine Kinder bekommen koennen.

Es ist gerade Aufgabe der Kirche, allen Menschen einen Platz zu bieten und niemanden aus zu schliessen.

Erinnern wir uns daran, dass die einizige, unverzeihliche Suende die vollkommene Leugnung und Ablehnung Gottes ist und das Christus+ fuer die Suender kam – nicht fuer die Gerechten.

Teil 2 Die Kirche und die Homosexualität – rechtlich gesehen

Es gibt nachweislich 7 Sakramente, beleuchten wir diese in der Frage der Sexualiät:

Ausschlußgründe für den Emfang der Sakramente:

Automatisch ausgeschlossen (Exkommuniziert) nach Kirchenrecht sind:

  • Unzucht generell, sexuell zügelloses Verhalten mit und ohne Bezahlung/Entlohnung vgl. 1

Tim 1,10; 1 Kor 6,9; 2 Petr 2,6ff

  • Vergewaltigung 1 Mos 19,5; Ri 19,22ff
  • in Verbindung mit Götzendienst / Religion / Kulten vgl auch Röm 1,26-27,

beidgeschlechtliche sakrale Prostitution 5. Mose 23,18

  • Pedärastie vgl 1 Tim 1,10 , 1 Kor 6,9
  • hier nicht aufgeführte Sexualpaktiken die eine/mehrere o.a. Stellen einschließen vgl. Judas 7

Ausschlaggebend für eine sehr schwere Sünde sind daher gewalttätige und unzüchtige Taten (auch Promiskuität). Wichtig hierbei ist die innewohnende Gewalt, die freiwillige Unterwerfung im Bewusstsein etwas Böses zu tun. Darunter fiele als himmelsschreiende Sünde besonders die Sodomie (Homosexualität, Päderastie, Bestialität), wir stellen einfach mal fest, das die Homosexualität (im Altertum) zum Themenkomplex der Sodomie gehört.Straffreiheiten und Ausnahmen

Gewichtig ist hier der Grundsatz für eine (relative) Straffreiheit wenn die Tat NICHT “ohne Zwang" und "im Bewusstsein etwas Böses zu tun" ausgeführt d.h. mit reinem Gewissen ausgeführt wurde.

Altes Testament vs. Neues Testament

Kritisch zu hinterfragen sind die Bibelstellen 3. Mose 20,13 und 3. Mose 18,22. Sie sind unter der damaligen Gesellschaftsnorm und dem Reinheitsgebot der Juden nachvollziehbar. Es stellt sich hier die Frage, ob sie mit heidenchristlichen Gebräuchen des neuen Testamentes noch vereinbar wären. Damals war es in den europäischen Ländern, aber gerade auch im Norden üblich, Männer und Frauen als Familienmitglieder bzw. "Sklaven" oder Zweitfrauen/Männer aufzunehmen. Dies ist auch aus dem AT vgl. 1Mo 25,6; 3Mo 19,20 etc. bekannt.

Neuzeit

Heutzutage wäre solch ein Handeln bei uns durchaus nicht genehm und würde Kopfschütteln hervorrufen. Auch wären Saunagänge ebenso ein Gräuel, wenn die eigene Schwester/Bruder oder Mutter/Vater dabei sitzt ("Scham seiner Schwester sehen"), ebenso wie die Menstruation ein Tabu wäre. Dies aber wird von der Kirche seit langem nicht mehr in diesem Sinne geahndet. Nun ist eine liebevolle, dauerhafte Verbindung und Zuneigung zwischen zwei Menschen (selbst Gleichgeschlechtlichen) niemals etwas Bösartiges: Dies kann eine Männer-/Frauenfreundschaft ebenso sein wie eine Liebelei oder gar eine Partnerschaft, die platonisch oder auch ganz menschlich ausgelebt wird.

Folgen für das kirchliche Strafrecht

Da der Mensch ab und an nichts gegen seinen Willen und seine natürliche, angeborene (und von Gott vorgegebene) Neigung ausrichten kann, wird speziell diese homosexualle Neigung als Ausnahme gesehen und -sofern sie diskret und ohne offenes Aufsehen ausgelebt wird- auch hingenommen. Man vergleiche hier Rut 1,16-17; 2Sam 1,26; Johannes 13,23. Unmöglich wäre hierbei stets eine Zurschaustellung (vgl. 5.Mose 22,5), ein öffentliches Outing und Statement des / der Betreffenden wird ebenso gewertet und würde mit Ausschluß bedroht sein, da dort der Verdacht auf eine sich des Bösen bewusste, freiwillige und offene Tat (s.o.) naheliegt.Taufe / Firmung / Kommunion / Krankensalbung

Die Taufe als bekennender Homosexueller liegt in Ermessen des Taufenden: Wird sie um Jesu Willen begehrt (Folge mir und sündige fortan nicht mehr) d.h. im Sinne des Verzichts auf Unzucht (was nicht mit dem Verzicht auf eine gleichgeschlechtliche Bindung einhergehen muß), so ist diese - ebenso wie die Firmung, Kommunion und Krankensalbung fraglos durchzuführen, sofern die Würde gewahrt bleibt und dies auch bei jedem anderen Menschen an sich recht und billig wäre. Nicht genehm hingegen sind zwei gleichgeschlechtliche Tauf / Firmpaten. Hier muß alternativ auf nur einen Tauf- / Firmpaten hingewiesen werden.

Ehesakrament

Das übliche Ehesakrament gründet auf 1 Mose 1,27 . Dies verbietet eine gleichgeschlechtliche, sakramentale Trauung. Alternativ (und außerhalb der Kirche) möglich ist hingegen ein kleiner Fürbittgottesdienst oder eine Andacht auf oder in der Nähe des Standesamtes in profanen Räumen bzw. im Freien. Hierbei ist es dem Priester untersagt einen gegensseitig gespendeten Segen oder Ehegelöbnis zu bestätigen oder gar mit zu segnen. Seine Rolle ist auf die Fürsprache und die Andacht beschränkt und dementsprechend nur mit zeitlich naher Verbindung mit dem Standesamt zulässig.

Beichte

Wie oben geschildert ist die liebevolle, ohne Gewalt und im Bewusstsein auf Gott und Jesus geführte Verbindung zweier Liebenden keine Sünde. Wir stellen es den Betroffenen anheim es bei der Beichte zu bekennen um sich zu vergewissern und den dafür vorgesehen traditionellen Weg zu gehen. Es ist eine Gewissensentscheidung, ob man dies als läßliche Sünde einstuft oder nicht (Läßlich wäre sie gezwungener Maßen d.h. unter Liebe, etwas alltägliches und ohne Bewußtsein des Bösen d.h. mit reinem Bewusstsein).

Weihe / Ordo

Aufgrund der verschiedenen Einschätzungen würde sich eine Laientätigkeit, gerne auch als Prediger anbieten. Bei entsprechender Disposition, angemessenen Lebenswandel und besonderen Umständen können -bei leichten Tendenzen wie einer gefestigten (platonischen) Liebe oder Neigung ohne öffentliches Ausleben- gemäß den vorangegangenen Ausführungen Ausnahmen bei bestimmter Befähigung für bestimmte Ämter erteilt werden, in denen diese Kenntnisse von Nutzen des Gottesvolkes sind (Diakonie, Mission), in Anlehnung an den Dispens othodoxer und katholischer Kirchenkreise und mit dementsprechenden Auflagen auch Priester- bzw. Leitungsämter.

Quellenangabe:

Alle Bibelstellen -falls nicht anders bezeichnet- wurden aus http://www.bibleserver.com/text/EU/ und der Einheitsausgabe der katholischen Kirche in der aufgeführten Ausgabe mit Stand vom 25.10.2015 20:14 entnommen.

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Siehe auch