Dogmen: Unterschied zwischen den Versionen

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Dogmen sind Glaubensgrundsätze. Gäbe es diese Definitionen nicht, würde man einen Glauben nicht von einer Meinung, ja einer profanen Beschreibung einer Sache nicht unterscheiden können. Vergleichen wir das mit einer Beschreibung z.b. eines beliebigen Vereines, so würde man genau den Zweck des Vereines definieren, Vorstands und Mitgliederaufgaben, Welcher Art die Zusammenkünfte sind und derlei gleichen. Die solcherart aufgestellten Regeln oder Dogmen sind natürlich je nach Gruppe mehr oder minder unterschiedlich, sie einen oder sie trennen, es kann vereinende Grundsätze geben, aber ebenso auch ausgrenzende, ja widersprüchliche. Ob sie jeweils dem Mitglied gefallen, sei dem persönlichen Empfinden überlassen.
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Dogmen sind Glaubensgrundsätze. Gäbe es diese Definitionen nicht, würde man einen Glauben nicht von einer Meinung, ja einer profanen Beschreibung einer Sache nicht unterscheiden können. Vergleichen wir das mit einer Beschreibung z.b. eines beliebigen Vereines, so würde man genau den Zweck des Vereines definieren, Vorstands und Mitgliederaufgaben, Welcher Art die Zusammenkünfte sind und derlei gleichen. Die solcherart aufgestellten Regeln oder Dogmen sind natürlich je nach Gruppe mehr oder minder unterschiedlich, sie einen oder sie trennen, es kann vereinende Grundsätze geben, aber ebenso auch ausgrenzende, ja widersprüchliche. Ob sie jeweils dem Mitglied gefallen, sei dem persönlichen Empfinden desjenigen überlassen.
  
 
==Definition==
 
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Aktuelle Version vom 22. August 2016, 12:44 Uhr

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Grundsätzliches

Dogmen sind Glaubensgrundsätze. Gäbe es diese Definitionen nicht, würde man einen Glauben nicht von einer Meinung, ja einer profanen Beschreibung einer Sache nicht unterscheiden können. Vergleichen wir das mit einer Beschreibung z.b. eines beliebigen Vereines, so würde man genau den Zweck des Vereines definieren, Vorstands und Mitgliederaufgaben, Welcher Art die Zusammenkünfte sind und derlei gleichen. Die solcherart aufgestellten Regeln oder Dogmen sind natürlich je nach Gruppe mehr oder minder unterschiedlich, sie einen oder sie trennen, es kann vereinende Grundsätze geben, aber ebenso auch ausgrenzende, ja widersprüchliche. Ob sie jeweils dem Mitglied gefallen, sei dem persönlichen Empfinden desjenigen überlassen.

Definition

Was ist ein Dogma? Ein Dogma ist ein Glaubensgrundsatz, ein feststehender Lehrsatz und Grundbaustein speziell hier der katholischen und keltischen Kirche. Diese Lehrsätze sind sehr zahlreich, daher werden hier nur die wichtigsten allgemeinen Grundsätze behandelt. Bei speziellen Fragestellungen wenden sie sich bitte an ihr zuständiges Ordinariat oder einen Geistlichen unserer Kirche. Beachten sie hierfür auch die Liste der kath. Dogmen unter "Geistliches"

Unübliche Dogmen

Besitzt die Keltische Kirche von den "grossen (Amts-)Kirchen" abweichende, unübliche Dogmen? Nein. Sie sieht sich als Zweig der Einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche und teilt bis auf wenige Ausnahmen, die auch z.B. der altkatholischen Kirche inne sind, deren christliche Lehrauffassung: Sie besitzt eine gültige Eucharistie, die apostolische Sukzession nach Thuc und anderen und führt die Taufe und Sakramente nach römischer Norm durch. In den Inhalten ist sie sehr alt (Westkirche bzw. lat. Kirche), andere Dogmen als jene, die in den Amtskirchen üblich sind, braucht man also nicht zu fürchten. Näheres ist z.B. unter der Frage nach der Exkommunikation nachzulesen. Siehe hierzu aber auch Kritische FAQ

Wichtigste Dogmen

Welches sind eure wichtigsten Dogmen? Man kann diese nachfolgenden 12 als wichtigste Dogmen auffassen, die auch schon in den 7 ökumenischen Konzilen und allen orthodoxen Kirchen als solche Gültigkeit besitzen:

  • Die Regula Fidei - die allgemeine, katholische und apostolische Kirche und die Bibel
  • Das Apostolische Glaubensbekenntnis im Text
  • Das Nicäno-Konstantinopolitanum im Text
  • Das Lehramt obliegt allein der Kirche
  • Christus ist ein Mensch und Gott
  • Die Trinität Gottes (Vater, Sohn und heiliger Geist)
  • Maria ist Gottesgebärerin
  • Christus besitzt 2 Naturen: Mensch und Gott
  • Ewige Verdammnis
  • keine Präexistenz der Seele (Diese wird von Gott gegeben)
  • Christus besitzt einen göttlichen und einen menschlichen Willen
  • Ikonen dürfen verehrt, aber nicht angebetet werden.

römisch katholische Dogmen

Daneben sind natürlich auch die meisten römisch-katholischen Dogmen bei uns anerkannt, insbesondere aber Transsubstantiation (Eucharistie-Verständnis), die unbefleckte Empfängnis Mariens. Insbesondere die Dogmen des 1. Vaticanum (Unfehlbarkeit des Papstes, später auch leibliche Aufnahme Mariä) werden nicht anerkannt, bei einigen wenigen Dogmen gilt die östliche, orthodoxe Sichtweise.Die wichtigsten der alten römisch-katholischen und altkatholischen Dogmen dürften aber für unsere (Teil-)Kirche auch gelten.

Ehrenvorrang des Papstes

Den Ehrenvorrang den Papstes als erster unter allen Bischöfen hingegen lassen wir unter Vorbehalt dieser Lehrentscheidungen (wie z.B. bei den altkatholischen Kirchen) gelten, dies bedeutet zumindest, das wir uns überwiegend den bisherigen Ausführungen seiner unter diesem Dogma getroffenen Entscheidungen anschliessen, auch wenn wir in der Jurisdiktion autonom sind. Obgleich wir nicht uniert sind und er daher nicht weisungsberechtig sein kann, werden seine Entscheidungen bei uns sehr wohl erwägt und als Empfehlung angesehen. Die keltische Kirche war zu keiner Zeit in der Geschichte gegen die Päpste. Aber: Der Papst ist auch nur Mensch, Menschen sind nie unfehlbar. Selbst als geistliche Authorität in Lehrentscheidungen können daher Fehler nie ausgeschlossen werden, dies würde auch eine gottgleiche Stufe voraussetzen. Aus diesem Grund lehnen wir das Unfehlbarkeitsdogma so wie es beschrieben ist ab.

Ausnahmen bei der KKD

Ausnahmen gelten z.B. für

  • CIC 740 Aufgrund der kirchlichen Scheidung und des Scheidebriefes gibt es Ausnahmen bei diesem Dogma, es wird aber als Idealform durchaus respektiert und empfohlen.
  • CIC 743 Solange kein Keuschheitsgelübte explizit abgelegt wurde, sind Heiraten für Geistliche der KKD als Ausnahme erlaubt, als Idealform wird aber auch dieses Dogma respektiert und empfohlen.

Es gibt nur einige Dogmen, die wir für die Gesamtkirche als gültig erachten, für die keltische Kirche aufgrund der Jurisdiktion hingegen mit Einschränkungen sehen, unter anderen natürlich die im Vatikanum und neuerer verfassten Mariendogme, als auch den Vorrang Roms.

Die Dogmen 430,434,440,454 des CIC werden nur für die römisch katholische Kirche und nicht im Sinne für eine gemeinsame, heilige katholische und apostolische Kirche als gültig erkannt und sind für die KKD daher nur bedingt gültig unter Vorbehalt:

  • CIC 430: Dem römischen Papst sich zu unterwerfen ... siehe I. vat. Konzil und Altkatholiken, aber Ehrenvorrang
  • CIC 434: Vorrang des apostolischen Stuhles ... als Ehrenvorrang ja, als Jurisdiktion nein.
  • CIC 440: Vorrang des petr. Stuhles ... als Ehrenvorrang ja, als Fels ja, nicht aber als Jurisdiktion.
  • CIC 454: Unfehlbarkeit des Papstes ... können wir nicht immer mittragen, siehe Altkatholiken und eigene Jurisdiktion, obwohl die bisherigen Entscheidungen akzeptiert wurden.

Siehe auch