Kelten

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Keltischer Fürst aus Hochdorf 34.jpg

Grundsätzlich

Die Kelten (von lat. Celtae oder griech. Κέλτοι/Keltoi) als "Die Tapferen" bzw. "Erhabenen" waren kein einheitliches Volk, sondern eher eine zusammengefasste Gruppe von Stämmen, die entweder nach ihrer geographischen Herkunft, nach den Sitten/Eigenbild oder auch nach der Kultur als solche bezeichnet wurden. Man versteht darunter also in erster Linie die geographische Herkunft und den Bezug auf eine gewisse Kultur bzw. Praxis.

Kurzer Überblick über das Keltenvolk

Verbreitung in der Antike

Das von Herodot in seinen Historien 440 v. Chr. beschriebene Volk der Kelten hatte zur Zeit Jesu bereits seine Hochzeit hinter sich: Es waren viele zerstrittene Stämme und keine Einheit, die sich zum Teil heftig in Germanien, Gallien und Brittanien gegen die römische Eroberung wendeten. Die Macht lag dort laut Cäsar nicht unbedingt in den Händen der Stammeskönige, Regionalkönige und Hochkönigen, sondern in den Händen ihrer Weisen und Priester, den weithin ob ihrer Weisheit und Redekunst berühmten Druiden und Fili. Die ehemals größte Verbreitung dieser Kelten reichte weit über die brittischen Inseln hinaus: Zur Zeit der größten Ausdehnung umfasste die bewohnten Regionen Großbrittanien, Gallien, Spanien, Süddeutschland und Alpenländer bis zum Balkan, Griechenland und Kleinasien. Der Apostel Paulus von Tarsus schrieb im neuen Testament auch einen Brief an eine keltische Gemeinde: An die in der heutigen Türkei ansässigen Galater (siehe auch Neues Testament).

Vertreibung durch die Römer

Die Kelten wurden durch die Römer und germanische Stämme (mit denen sie teilweise eine gemischte Kultur bildeten und deren Stammeszugehörigkeit durch die Römer ohne Rücksicht auf die Historie festgelegt wurde) schließlich auf die britischen Inseln vertrieben und/oder gingen wie z.B. die Gallier im römischen Reich auf. Zu Zeiten des Christentums befand sich die Kultur der Kelten bereits im Niedergang und war noch in Irland, Schottland und Wales und den umgebenden Inseln eigenständig. Aufgrund der Römer zogen sich die Kelten aber immer mehr auf die britischen Inseln zurück oder wurden wie die Gallier und viele andere Festlandstämme unterworfen.

Schrifttum und Geschichte

Über die Kelten existieren wenige Schriftzeugnisse, da diese offenbar Lehren und Historie auch laut römischen (vgl. Cäsar - De Bello Gallico) und griechischen Zeitzeugen mündlich weitergaben. Diese Tradition hielt sich über die "Barden" bzw. "Fili" (Fillidh), die "Chroniker" unter den ehemaligen Druiden, bis in die christliche Zeit. Die Geschichte der Kelten an sich ist uns über Berichte der Römer und Griechen präsent, auch gibt es archäologische Funde, wie z.B. diverse Inschriften, den Colignykalender und andere. Allerdings sind diese Zeugnisse sehr rar und lassen wenig Rückschlüsse auf den vorchristlichen Kult der Kelten zu. Überliefert wurden aus der Feder irischer Mönche hingegen die Sagen des Volkes, von der Besiedlung bis zur Christianisierung.

Kelten in der keltischen Kirche

Herkunft aus der Kultur

Die keltische Kultur nahm auf das keltische Christentum insofern Einfluß, als das unbestritten die mündlichen Traditionen der Sprachkunst, der Gelehrtheit (und der Wissenschaft), sowie die Disziplin hohen Einfluss auf die ersten westlichen Missionare und Bischöfe hatten. Von Columcille/(Columban dem Älteren ist bekannt, das er aus diesem Stand stammte, was ihn natürlich beim Predigen zugute kam.

Das "Druidische" in der keltischen Kirche

Der Historiker und Theologe von der St. Andrews University der Church of Scotland, Dr. Ian Bradley, schreibt hierüber in [1]:“ Rahner deutete darauf hin, das die vorchristlichen Kelten unbewusst den Christus verehrten, der immer schon Teil der Trinität war, aber erst im ersten Jahrhundert nach Christus in menschlicher Gestalt erschien.“ und weiterhin, es vertrat „ der walisische Barde (Barden waren eine Klasse der Druiden) Taliesin, der aus Strathclyde kam, folgende Ansicht: 'Christus, das Wort, war von Anfang an unser Lehrer und wir haben seine Lehren niemals aufgegeben. In Asien war das Christentum eine Neuheit, aber zu keiner Zeit hielten sich die Druiden von Britannien nicht an seine Grundsätze' “. Es ist daher davon auszugehen, das -wie auch das heutige Wort für Professor zeigt- die Druiden im Zusammenhang mit den ersten christlichen Geistlichen in Irland/Schottland als "Lehrmeister", Ratgeber und führender Ritualmeister angesehen wurden. Der Heilige St. Cadoc benannte daher in seinem Gedicht "Jesus mein Druide" wie viele andere Geistliche (St. Columcille, St. Adomnan) in Gebeten Jesus nicht in okkulter, oder gar fremder Weise, sondern als Ausdruck höchster Wertschätzung. Viele jener Männer gingen der Überlieferung nach bei jenen Weisen in die Lehre, wie z.B. St. Patrick, oder wurden gar als Abkömmlinge geboren (wie z.B. St. Brigid). Es ist also tatsächliche historische Überlieferung und unschädlicher Teil unserer Tradition, denn zur damaligen Zeit besaßen jene Weisen die unangefochtene Authorität in der Bildung, wie auch die Tatsache unterstrich, das reiche Griechen ihre Kinder in ihre Lehre gaben.

Weshalb wir uns als Kelten bezeichnen

Die Keltische Kirche an sich ist eine der ältesten christlichen Kirchen. Sie entstand im frühen Christentum durch Missionare auf den keltisch geprägten britischen Inseln und in Frankreich bzw. Spanien, ist urkatholisch und prägte die römische Kirche bis zum heutigen Tag (Bußpraxis und Liturgie). Die keltische Kirche sandte nach Westeuropa die iroschottischen christlichen Missionare wie Gallus, Totnan, Kilian, Columban aus den typisch als "keltisch" bezeichneten britannischen Raum und Gallien zu uns nach Deutschland. Ja selbst Bonifatius stammte aus dieser Tradition, sie alle verbreiteten hier diese alte Art des Christentums: Sie wird hier als "Schottenkirche" oder "iroschottisch" bezeichnet, weltweit aber ist sie als "keltisches Christentum" bekannt. Darum ist es nur konsequent, wenn wir unser katholisches Christentum und unsere -von Rom unabhängige- Kirche auf diese "Kelten" zurückführen. Der Ausdruck keltisch-katholische Kirche ist also wahrlich angemessen.

Weshalb Esoterik oder Okkultismus nichts damit gemein hat

Diese Kirche ist -wie oben stehend- weder in der Bezeichnung oder Herkunft "esoterisch" (wie es manch ein Laie meinen könnte) noch sonstig auf vorchristliche oder gar okkulte Inhalte zurückzuführen, die nicht in völliger Einheit mit dem katholischen Christentum wären. Es ist eine korrekte lokale und kulturelle Bezeichnung, in etwa wie das griechich-orthodoxe oder koptische Christentum, allerdings mit gemeinsamen römisch-katholischen Bezugspunkten.

siehe auch

Quellen

  1. Ian Bradley:Der keltische Weg.Knecht Verlag, Frankfurt a. Main,1996, ISBN 3782007328 S. 21