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Pfingsten Predigt zur Weihe

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20 Mai 2013 20:05 #48720 von columban
columban erstellte das Thema Pfingsten Predigt zur Weihe
Meine Brüder und Schwestern, sehr verehrte Gäste, liebe Gemeinde Christi
Heute am Pfingstsonntag hören wir vom heiligen Geist, der wie ein Feuer über die Gläubigen und Apostel kommt: „Empfangt den Heiligen Geist!“. Da sind also jene, die Jesus zum Lehren und Verbreiten mit der gleichen Befugnis wie er selbst beauftragt, denn er sprach auch: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Diese „Aussendung“ als Missionsbefehl der Evangelisation ist ein friedlicher, ein Freuden bringender Akt der „guten Botschaft“, wie das Evangelium auch genannt wird. Welcher Art die Aussendung ist, ob zum Herrschen oder Dienen erfahren wir durch Markus im 10. Kapitel Vers 45:

„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Welch wundervolles Dienen dies ist, darüber möchte ich euch ein wenig erzählen und meine heutige Predigt darum mit dem heiligen Stephanus als Diener -griechisch Diakonus- beginnen, der als Armenpfleger und Evangelist wirkte und sein Leben letztendlich in dieser Tradition als erster Märtyrer für seinen Glauben opferte. Sein Leben für den Glauben opfern?

Heutzutage hört sich das in Deutschland nicht gar zu gefährlich an. Doch in anderen Teilen der Welt sterben unsere Brüder und Schwestern immer noch für ihren Glauben, es ist wahrlich nicht selbstverständlich oder gar einfach Christ zu sein oder sein Leben im Dienst zu opfern. Und doch vermochte das Verhalten der Märtyrer wie Stephanus den Verfolgern die Augen zu öffnen. Manch einer änderte gar seinen Weg und sein Schicksal: Erinnern wir uns an einen der eifrigsten Verfolger von Stephanus, Saulus, der später voll Reue zu Paulus wurde. Was mag wohl einen Märtyrer wie jenen Stephanus aufrichten, ihm Kraft geben, selbst in der letzten Minute? Wir erinnern uns an die Worte des Herren in Johannes Kapitel 18 Vers 36:

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt. „

Es geht also um den Blick auf eine andere, eine bessere Welt, welches die Worte Christi verheißen. Als erster Diakon könnte Stephanus mit Blick auf diese Worte noch angefügt haben:“ … und meine Verteidigung ist das Wort Christi.“ So oder ähnlich könnte man das Rüstzeug nennen, an das wir glauben, welches ein wärmendes Feuer des darin wirkenden heiligen Geistes auch in uns entfacht und das uns auch in unruhigen Zeiten behütet und begleitet. Für jene unter euch, die wahrhaft glauben, ist dies ein Versprechen und Heilmittel, welches allen Zweifeln zum Trotz keinerlei wissenschaftliche Abhandlungen und Beweise benötigt, weil es in uns wirkt und uns erst zum wahren Menschen macht.



Um auf Zweifler zurück zu kommen. Zu allen Zeiten war der christliche Glaube auch stets Anlass von Zweifeln, Anfeindungen, Verfolgungen, Neid und Missgunst. Er wurde zuweilen auch ab und an gern für profane, niedere irdische Besitzansprüche missbraucht. Doch das ist wider allen Unkenrufen und Skandalen einiger Fehlgeleiteter nicht das Ziel unserer oder der Kirche, noch ihrer Priester, wie auch Jesu Worte betonen, die hier nochmals wiederhole:

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

In dieser Predigt möchte ich auch darum aus aktuellem Anlass eine kleine Anmerkung zu den „anderen“ Brüdern und Schwestern in anderen Konfessionen und Kirchen geben, die sich in Größe, Aufbau oder der Liturgie von uns unterscheiden: Wir sind alle eins in Christus, uns beseelt alle der gleiche, heilige Geist, wir dienen alle nur einem Herrn. An die Vertreter der Amtskirchen sei ein offenes Wort gerichtet: Wir blicken auf eine ebenbürtige, wenigstens gleich alte Tradition zurück, die sich als einen Teil der einen katholischen Kirche begreift. Unsere Sukzession ist gültig, unsere Sakramente sind es auch und aus altkatholischer Sicht eben so, denn sie sind auf römische Bischöfe –wie Bischof Thuc- und auch orthodoxe Linien und altkatholische Bischöfe zurückzuführen. Gerade Papst Franziskus warf in seiner Rede vor der Wahl einen Blick nach den Rändern der Kirche Christi und zeigte bewusst damit auf den ganzen Leib seiner Kirche und nicht nur sinnbildlich den „Kopf“ oder jene Teile –auch in Rom- , die sich hierfür halten: Wenn wir EINS in Christi sein wollen, so müssen wir uns mit allen Fehlern, Stärken und Schwächen annehmen und zumindest als EINEN gleichen Teil des gleichen Corpus auch respektieren. Materielles stört da im Hause des Herrn nur, denn vergessen wir nicht, was er uns als Hinweis auf den Weg gab:

Mein Reich ist nicht von dieser Welt.

So wie sein Reich nicht von dieser Welt ist, so sind wir ALLE seine Diener und Begleiter, einfache Menschen und Gläubige wie jeder einzelne hier. Und doch nehmen die Priester des Herrn durch ihre Weihe und Einsetzung seit jeher in der keltisch-katholischen Kirche eine andere, eine besondere Verpflichtung als eigener Stand gegenüber dem Volk auf sich. Sie sind zwar Teil des allgemeinen Priestertums aller Getauften, verpflichten sich als Kleriker aber zu vielen zusätzlichen Aufgaben und Einschränkungen, die man von einem gewöhnlichen Gemeindemitglied nicht verlangt. In Matthäus Kapitel 11, Vers 29-30 lesen wir“

„Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!“




Teil dieser Pflicht ist daher seit jeher das Hüten des Wortes unseres Herrn, das Dienen und die dazu nötige Demut und Sanftheit. Was ist wohl denn mit dem Joch oder der Bürde gemeint? Welch eine hohe Bürde dies darstellt soll folgende Aussage des Thomas von Aquin in seiner „Summa theologia“ unterstreichen:

„Christus ist die Quelle jeglichen Priestertums; denn der Priester des Gesetzes war sein Bild. Der Priester des Neuen Bundes aber handelt in der Person Christi“.

Der Priester widmet sein Leben also der Nachfolge Christi und wie jener setzt auch er Nachfolger ein, die nach alter Sitte ihr Amt mit einer Handauflegung, der Sukzession, als Einsetzung in das Amt des Diakons, Priesters und Bischofs erhalten: Diese Bürde und das herab gerufene Feuer des heiligen Geistes wird also schon sehr, sehr lange, von den Anfangszeiten der Apostel bis Heute, in der Weihe zum Geistlichen weitergegeben. Dies ist eine besondere Erwählung, denn dem Geistlichen winkt kein materielles Gut, sondern das Himmelreich. Ihm winken auf Erden keine Pfründe, kein Thron, sondern viele Mühen, Aufgaben und Gefahren, denn wir erinnern uns:

Mein Reich ist nicht von dieser Welt.

Dem Subdiakon und Diakon als unterste Stufen des Geistlichen, als aktiven Helfer des Priesters und Diener Gottes wiederum obliegt es, diese Last und dieses Wissen zu teilen, ja sie sowohl für die Bischöfe als auch den Priester zu erleichtern: Er soll neben dem Priester würdig Gottes Wort verkünden und den Gottesdienst abhalten, sowie bei der hl. Eucharistie wie zu Zeiten der Apostel dienen und damit erst das geistliche Amt zu dem machen, was es erfüllen soll: Alles was der Diakon als Geistlicher wohl verkündet, als Evangelist, wie man es seit Jahrhunderten kennt, beschrieb bereits Lukas in seinem Evangelium unter Kapitel 10 im Vers 16:

„Wer euch hört, der hört mich.“

Diakone sollten laut der Apostelgeschichte Kap. 6 Verse 1-7 „von gutem Ruf und erfüllt von Geist und Weisheit“ sein, was unserer bescheidenen Meinung hier erfüllt ist. Im 1. Timotheusbrief heißt es denn neben diesen Dingen auch: „Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern und in allem zuverlässig.“ Ich sprach bei Beginn meiner Predigt von einem „Diakon“, also der männlichen Anrede. Dass es das Amt der „Diakonin“ in der alten lateinischen Kirche gab, zumal auch bei den Celi De in Irland und Schottland, wird kaum Jemand überraschen, es ist also mitnichten neu.
So wurde auf verschiedenen Grabsteinen im heiligen Land, in Italien und dementsprechend auch in verschiedenen Briefen der Evangelisten an die Gemeinden auf diese „Dienerinnen“ hingewiesen und es steht wohl fest, das es sie auch im katholischen Umfeld des frühen Mittelalters gab, wohl aber aus der römisch katholischen Kirche verschwanden. Allein aus Vereinfachungsgründen sei es mir von jenen Diakoninnen gestattet, die männliche Anrede zu benutzen, zumal auch eine Priesterin durchaus in der männlichen Person Christi handelt:

„Wer euch hört, der hört mich.“

Nun mag manch einer sagen: „Ja, aber nur ein Mann kann ein Priester werden, zumal dies schon im Alten Testament bei Aaron und den Leviten so geschrieben steht. Wenn es um die „Leviten“ geht, wie man früher den Subdiakon und Diakon bezeichnete, sollte man denn auch berücksichtigen, das Jesus einen neuen Bund schloss, der Frau und Mann gleichberechtigt in seine Reihen einlud: „Hier ist weder Jude noch Grieche, hier ist weder Sklave noch Freier, hier ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid gemeinsam einer in Christus Jesus".

Hierzu möchte ich unseren zukünftigen Diakoninnen ein paar Worte auf dem Weg geben:

Liebe Schwester Joanna Japkinas und Schwester Kerstin McNiesh, mein ehemaliger Weihevater sagte mir einst: „Du gehörst nun voll und ganz Jesus“, was in mir noch bis zum heutigen Tag wie ein freudiger Jubel nachhallt. Es drückt weit mehr aus als die Tatsache, zum Christentum zu gehören oder sich ihm zu widmen. Es beinhaltet vielmehr das Versprechen, wie ein Teil seines Körpers zu ihm zu gehören, seiner Lehre zu folgen, sein Vermächtnis und seinen Bund zu erfüllen, Teil seiner geistigen Welt zu sein und die hiesige hinter sich zu lassen. Es ist ein kleiner Schritt für euch, doch ein großer Schritt für eure Umgebung, für eure Gemeinde, für unsere Kirche, für das Christentum. Ihr seid der Same, der gute Früchte hervorbringen soll. Ihr sei das Füllen, auf dem Jesus glorreich einreitet. Ihr seid das Wort des lebendigen, des wahrhaftigen Gottes.

„Wer euch hört, der hört mich.“

So wie der Ruf euch erreichte und ihr ihm nachfolgtet, so sollt ihr jene herbeirufen, die in der heutigen Zeit orientierungslos umherirren, ihr sollt den Resignierenden eine Stütze und Hoffnung sein, ihr sollt den Verstoßenen eine Zuflucht bieten, den Kranken und Hilflosen eine Möglichkeit, den Armen und Schwachen ein starker Arm sein und natürlich ein Abbild dessen in Barmherzigkeit, Liebe und Glauben, den ihr vertretet, unserem Herrn Jesus Christus, der in euch und uns allen lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.

SEB (SALUTEM ET BENEDICTIONEM)

Columban III

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Abt des Ordens und Präses der keltischen Kirche in Deutschland
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