Eine Gemeinde der keltischen Kirche in Deutschland gründen

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Auf der rechten Seite finden sie für den Start eine Übersicht der Jurisdiktionsgebiete, ein Beispiel für eine Gemeindesatzung und weitere Infos. 

Aller Anfang ist schwer: Lassen sie sich nicht davon entmutigen und seien sie stark im Glauben! Eine Gemeinde muß langsam wachsen und dies geschieht im Laufe von vielen Monaten oder gar Jahren. Wir unterstützen Sie beim Aufbau und der Gründung einer Gemeinde. Andere haben dies mit Erfolg gezeigt und sie können das auch ellein in Angriff nehmen, wenn nicht jetzt, wann dann?

 Ausstattung der Gemeinden

GemeindebildUnsere Gemeinden sind in aller Regel Hausgemeinden, -oratorien oder -kirchen. Dies bedeutet, das sie in den seltensten Fällen ein festes, separat stehendes Kirchengebäude erwarten können, sondern eher nur kleine Gebetsräume oder gar nur einen Privatraum, in dem der Gottesdienst stattfindet. Wir statten unsere Gemeinden mindestens mit der Liturgie und Vorlagen für alle zu leistenden Dienste aus. Wir verzeichnen ihre Gemeinde und auf Wunsch werden wir für sie auch etwas Platz für ihre einfache Webseite zur Verfügung stellen. Natürlich stehen unsere Geistlichen ihnen bei der Auswahl nötiger Dinge für einen gelungenen Start zur Seite. Ein Priester steht ihnen immer beratend zur Seite.

Da unsere Kirche über keine finanzielle Rücklagen verfügt, die Mitglieder und Spender die Kirche finanzieren, liegt die Verantwortung über die Gemeinde und deren Tätigkeiten oder finanzielle Geschäfte und mithin auch die Haftung auf Seite der Gemeinden und deren Kassen.

Dafür erhalten die Gemeinden auch innerhalb der KKD eine gewisse Autonomität als nichtrechtsfähige Vereine, die keltische Kirche wirkt hier eher wie ein Dachverband. Natürlich müssen Geschäfte und Aktionen im Namen der Kirche vorher mit der Leitung der KKD abgestimmt und -aus haftungsrechtlichen Gründen- von ihr genehmigt werden. Bei Gründung eines eigenen Missionswerkes, Unterhaltung einer eigenen Kirche, Gebäudes, Beratungsstelle und oder eigenen angemieteten Räumen empfehlen wir daher größeren Gemeinden mit Aussenwirkung die Gründung eines eingetragenen, vollrechtsfähigen Vereines mit Abschluss ggf. eigener Haftpflichtversicherung. Natürlich dürfen und sollen diese Gemeinden nach wie vor bei der KKD als eigene Fraternität / Gemeinschaft angeschlossen bleiben

Gemeindevorsteher, Fraternitäten, Mitgliedermitbestimmung

Mit unserem Ausbildungsprogramm sorgen wir für die gründliche Ausbildung der Geistlichen und Laien, die grundsätzlich ehrenamtlich für die Gemeinde tätig sind. Näheres lesen sie unter Priesterseminar oder gar unter Häufig gestellte Fragen . Aber auch als aktives Gemeindemitglied oder vielleicht später gewählter Gemeindevorsitzender kommen wichtige Aufgaben auf sie zu. Sie stellen die Basis der Hausgemeinden bzw. -kirchen dar.
Jeder Gemeindevorsteher und jedes aktive Mitglied bzw. Laie ist deshalb -ebenso wie der Klerus- ein ordentliches Mitglied und darf bei den regelmäßigen Mitgliederversammlungen (Synoden) unserer Kirche die Vorschläge oder Beschlüsse seiner Gemeinde anbringen, sich an den Jurisdiktionsträger seiner Diözese wenden, wählen oder selbstständig die Gemeinde in den vorgegebenen Grenzen der Kirche leiten.
Auch Fraternitäten oder Orden dürfen sich gern anschliessen: Ein Beispiel hierfür sei der Orden vom Steinberg oder der Orden St. Sebastian

Bitte wenden Sie sich an das  Ordinariat Münster  der Keltischen Kirche in Deutschland, wenn sie eine Gemeinde gründen möchten.

Hausgemeinden, Hauskirchen und Hauskirchenbewegung

Geschichtliches der Hausgemeinden / Hauskirchen

dog by Freeware (c) 1998 & 1999 Joelle Miller

In der keltischen Kirche des 4. bis 12. Jahrhunderts wurde die Tradition der Hausgemeinden aus den frühesten christlichen Gemeinden weiter gelebt. In Schottland, aus dem unsere Kirche bekanntlich stammt, war die Tradition dieser kleinen Hausgemeinden während der Reformation und der Zeit der Vertreibungen der dortigen Kleinbauern sogar die einzige Möglichkeit den katholischen Glauben am Leben zu erhalten. Unsere Kirche entstand also direkt aus vielen kleinen Hausgemeinden, die diese Art der alten, lateinischen Kirche des Westens am Leben erhielt. So wie dort in Schottland und natürlich auch in Irland, aber auch hierzulande in reformatorischen Gebieten waren die Hauskirchen weiterhin in Ländern, in denen Christen oder deren Konfessionen verfolgt wurden, wichtig. Martin Luther schrieb zum Beispiel, dass sich ernsthafte Christen in einem Haus versammeln sollten, um zu beten, die Bibel zu lesen, zu taufen oder die Sakramente zu empfangen und zu anderen christlichen Werken eine Gemeinde zu sein. Hausgemeinden sind keine alte Erfindung, sie sind sogar sehr modern: In den 1970er Jahren entstand neu in vielen Ländern die Hauskirchenbewegung, die sich rasch weltweit verbreitete.

Besonderheiten der keltischen Hauskirchen / Gemeinden

Die keltischen Hausgemeinden und Hauskirchen unterscheiden sich in einigen Punkten deutlich von heutigen evangelikalen Hausgemeinden: Lichtmess-Imbolc2012

  • Sie sind einer festen Denomination (Keltische Kirche in Deutschland bzw. einer zug. Fraternität) zugeordnet.
  • Sie praktizieren die Gottesdienste im Rahmen der Möglichkeiten so, wie sie auch in der Kirche praktiziert würden.
  • Eine Messe wird stets von einem Priester oder Bischof geleitet, ein Gottesdienst mindestens von einem Diakon.
  • Eine Andacht kann von jedem (unterwiesenen) Gemeindemitglied geleitet werden.
  • Der Klerus und die Lehre bleibt unangetastet: KKD Gemeinden sind katholisch.
  • Hauskirchen existieren aus Raummangel und finanziellen Nöten heraus, angestrebt werden reguläre Gemeinden.
  • Keinerlei Verbindung mit charismatischen Gruppen oder evangelikalen Lehren.

Daraus ergibt sich das die keltischen Gemeinden der KKD in Deutschland grob in 4 verschiedene Formen einzuteilen sind:

  1. Hausgemeinden (Hg):  Dies sind kleine und kleinste Gruppen und Ansprechpartner, mit einem Kleriker oder wenigstens Ansprechpartner (Ministrant, Prädikant, Gemeindevorsitzender etc.), der die Gemeinde anleitet. Meist ist ein kleiner Privataltar bei einem Mitglied vorhanden oder aber es werden Gottesdienste jeweils bei einer Familie ggf. unter Hinzuziehung eines Priesters abgehalten. Sie können ohne jede Genehmigung errichtet werden.
  2. Hausoratorien (Ho): Dies sind Gruppen, die über einen eigens für Gottesdienste genutzten Raum verfügen. Dieser sollte so beschaffen sein, das sich mindestens 5 Personen an einem separat stehenden Altar treffen können. Die übrige Ausstattung und Nutzung darf -wie bei Privatoratorien üblich- privat- oder halböffentlich sein, d.h. sie werden dem Kleriker und seiner Familie und Gästen, oder aber einer bestimmten Personengruppe zugänglich sein. Diese Oratorien werden von einem Bischof geprüft und genehmigt.
  3. Hausfilialkkapellen (Hf): Diese Nebenkapellen müssen über eine Mindestausstattung verfügen, die vom zuständigen Bischof genehmigt wird. Die Gemeinde wird von einem Kleriker geleitet, der mindestens Subdiakon ist. Sie sind zudem ein untergeordneter/lokaler Verwaltungssitz.
  4. Hauskapellen und -kirchen (Hk): Diese Hauskirchen und -kapellen sind entweder Teil eines Gebäudes bzw. Wohnung oder ein separates Gebäude mit mindestens einem separierten, nur für Gottesdienste reservierten Altarraum und zusätzlichen (auch gemischt privat bzw. nichtöffentlich nutzbaren) Verwaltungsräumen, die vom Bischof abgenommen und (ggf. mit Dispens) eingesegnet wurden. Der Gemeinde steht in aller Regel mindestens ein ordinierter Priester vor.  Sie sind regionaler oder überregionaler Verwaltungssitz der KKD.

Aufbau einer keltischen Hausgemeinde

Gemeinde bedeutet, etwas "Gemeinsames" zu erleben, etwas gemeinsam zu feiern, gemeinsam seinen Glauben zu bekennen.  Die Gründer von Hausgemeinden fragen KKD Kapelle / Gebetsraum Hammsich häufig, wie sie Gottesdienste im eigenen Haus mit Familienangehörigen, Freunden und Nachbarn durchführen sollen. Sicherlich gelten für Hausandachten nicht die engen Regeln der Liturgie, wie man sie in einer großen Kirche befolgt. Aber trotzdem ist eine gewisse Abfolge von Gebeten, Lesungen und des Abendmahls sinnvoll und hilfreich. Im einfachsten Fall kann dies das Vater Unser sein, die Stundengebete aus unserem Stundenbuch oder auch die Gebetsform aus unserem Flyer für Reisen. Die keltische Kirche verfügt über eine umfangreiche, zumeist einfache, aber auf historischen Quellen aus der Frühzeit des Christentums basierende Liturgie, die sich auch sehr gut für einfache Hausgottesdienste eignet und auch ohne Liturgiekenntnisse leicht umgesetzt werden kann. Diese kann auch im Laufe des Jahreskreises mittels unserem liturgischen Kalender um die Lesungen variiert und den Bedürfnissen der Hausgemeinde nach flexibel angepasst werden. Eine Mitgliedschaft in der keltischen Kirche ist sicher zwar zur Ausführung dieser Liturgie nicht unbedingt erforderlich (da sie sich als Teil der Einen Kirche Jesu Christi versteht und auch freie Christen daran gerne partiziperen dürfen), jedoch wären wir erfreut wenn sie sich als Gemeinde der KKD registrieren, damit wir auch bei Ihnen präsent sind und ihnen ggf. auch Interessenten aus ihrem Umfeld vermitteln können und unser Kreis größer wird. Man benötigt für eine ganz einfache Hauskirchengemeinde weder einen Altar, noch eine zahlenmäßig starke Zuhörerschaft, ja nicht einmal eine Bibel, ein Kreuz oder Kerzen (Obwohl diese Dinge preisgünstig und sehr nützlich dafür sind).Jesus selbst gab uns den Weg vor: Sein Wort, seine Lehre sollen wir weitertragen und seinem Weg folgen, Besitz ist dafür nicht nötig. Man sieht: Christsein kann sehr einfach sein. Sollte ihre Gemeinde und sie an den Aufgaben wachsen oder gar in den Dienst unserer Kirche treten, so finden sich sicher Möglichkeiten, auch höhere Ansprüche an Liturgie, Ausstattung oder den Raum befriedigen zu können.

Vorteile der Hausgemeinden

Man bedenke: In der heutigen Zeit ist es wieder wichtig, persönliche Akzente zu setzen, sich selbst als Teil des einen Volkes Christi zu begreifen. Für uns mag es fast alltäglich sein, das wir in anderen, fremden Kulturen Hausaltäre antreffen oder dort (auch im Urlaub) selbst das mehrtägige Gebet bei Besuchen erleben. Vor nicht allzu langer Zeit gab es solche kleinen Hausaltäre und Gottesdienste auch noch bei uns, fast jede Familie hütete einen kleinen Platz in einem Zimmer als Altar, meist mit einem kleinen Kreuz und zwei Kerzen, liebevoll mit einem Deckchen ausgestattet. Heutzutage denken wir zu oft, dank unserer Kirchen benötigen wir das nicht mehr, zünden uns aber auch eine Kerze oder ein Räucherstäbchen zur Besinnung an. Was liegt uns denn näher, was ist greifbarer und Persönlicher als so ein Platz der Besinnung, des Gebetes und des Glaubens in unserer Lebensmitte d.h. unserem Zuhause? Auch werden oder würden unsere Priester dadurch nicht arbeitslos, noch würden gemeinsame Feiern mit anderen Gemeinden oder Zusammenkünfte hinfällig: Diese sollten nach wie vor zu festlichen Anlässen und hohen Feiertagen gewählt werden, auch an Sonntagen ist es sicherlich eine gute Wahl in eine Kirche zu gehen, oder wenn man "vor Ort" ist. Für die tägliche Besinnung, für akute Fragestellungen oder auch zur Nachtruhe ist so ein Platz sicher für sie persönlich unersetzlich und wird zu einem Lebensmittelpunkt werden, zu ihrer kleinen "Ruheoase". Auch, wenn man nette Nachbarn besitzt oder gute Freunde kann dies eine gute Wahl zum gelegentlichen Gebet sein, zumal heutige Kirchen leider meist geschlossen sind oder sich auf Dienstzeiten am Wochenende beschränken. Gerade bei unserer Kirche aber kommt der Glaube vom Zuhause, aus unserer Mitte. Er kommt direkt von Ihnen, wenn sie das natürlich wollen. Wir laden sie dazu herzlich ein, eine kleine Kirche in unserer Kirche zu errichten und ein Teil der großen Kirche Christi zu sein.

 


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