Regel des Columcille

Aus KKWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Paisley Abbey 20120410 door with St Mirin and St Columba.jpg

Mönchsregel St. Columcille (521 -597) (Columban der Ältere, Abt von Iona)

Vorwort

Diese Mönchsregel wurde nicht von St Columban, sondern erst erheblich später verfasst. Es soll den Geist der ersten Missionare wiederspiegeln und ist Teil des Internet Medieval Source Book (in Englisch). Das Sourcebook ist eine Sammlung von Public Domain und kopiergestattenen Texten zum Mittelalter und der byzantinischen Geschichte.

Diese Regel wurde von Uwe Eckert aus dem Englischen übersetzt und ergänzt. Sie wird in übertragener und angepasster Form im Orden vom Steinberg e.V. und damit in der keltischen Kirche angewendet.

(Erklärungen zur Adaption einzelner Punkte in der heutigen Zeit sind FETT gesetzt).

Regula

Lebe allein in einem abgesonderten Ort in der Nähe einer Stadt, wenn dein Gewissen dich nicht drängt gemeinsam bei der Gemeinde zu sein. (Dies ist eine Empfehlung zum sog. grünen Peregrinatio d.h. für die Einsiedelei im "Grünen", also in der Wildnis)

Sei immer nackt [d.h. ohne Besitz] in der Nachfolge Christi und den Evangelisten.

Alles, was du wenig oder viel besitzt, egal ob Kleidung oder Nahrung oder Getränke, laß sie los auf den Befehl des Abtes hin und zu seiner Verfügung, denn zu einem Religiösen passt es nicht, Unterschiede im Besitz mit seinem Bruder zu haben. (Natürlich kann dies immer nur eine Empfehlung sein, eine Enteignung gibt es nicht. Wir sollten uns dennoch prüfen, ob wir manches von unserem Besitz nicht Ärmeren überlassen oder für gemeinnützige Dinge spenden können)

Nimm eine Übernachtsmöglichkeit mit einer Tür, lege dich.(Jeder Mönch erhielt und erhält in den Klöstern der christlichen Mönchsorden sein eigenes Refugium, sein eigenes Zimmer wenn möglich.) Religiöse Menschen unterhalten sich mit dir über Gott und sein Testament und besuchen dich am Tage einer Feierlichkeit, damit sie dich in den Testamenten von Gott und den Erzählungen der Heiligen Schrift stärken.

Eine Person die mit dir in leeren Worten oder auch über die Welt redet oder darüber murmelt, was er nicht beheben oder verhindern kann, könnte dir schaden, sollte er ein Schwätzer zwischen Freunden und Feinden sein. Ihn sollst du nicht bei dir aufnehmen, aber einmal ihm deinen Segen geben, sollte er ihn verdient haben.

Laß deinen Diener einen diskreten, religiösen, nicht Märchen erzählenden Mann sein, der ständig bei dir teilnimmt: Mit moderaten Lohnkosten, aber immer bereit.(Dies betrifft Bedienstete, auch und gerade in Mönchsorden, sog. Klosterbrüder)

Vorgabe an jede Regel ist die Hingabe an sie.

Dein Geist sei bereit für das rote Martyrium [das ist in den Tod gehen für den Glauben]. (Dies ist eine Empfehlung zum zweiten, dem sog. roten Peregrinatio d.h. für die Teilnahme an Kreuzzügen, in Kriegsgebieten oder bei Kampftruppen, damalige Mönche entsprachen auch heutigen Militärgeistlichen.) Dein Geist, gefestigt und standhaft, sei für das weiße Martyrium bereit, [dies ist die praktisch aketische] Vergebung jedes Herzens. (Dies ist eine Empfehlung zum dritten, dem sog. weissen Peregrinatio für die Entsagung allen Besitzes und dem Leben in einem Kloster)

Bete für diejenigen, die dir Mühe bereiten.

Ereifere dich im Singen für das Amt für die Toten, als wenn jeder tote Gläubige ein besonderer Freund von dir wäre.

Hymnen für die Seelen sollten im Stehen gesungen werden.

Laß deine Nachtwachen konstant von Abend zu Abend sein, unter der Leitung einer anderen Person.

[Verrichte] drei Arbeiten am Tag, dh., dein Tagewerk, Gebete und die Lesungen.

(Eine unserer Meinung nach wichtige Empfehlung zum Finden der Mitte in seinem Leben. Nicht auf die Länge oder Anzahl der Gebete oder Lesungen kommt es an, sondern auf die Stetigkeit und das ehrliche Bemühen dies Tag für Tag fortführen zu wollen.) Das Werk soll in drei Teile aufgeteilt sein d.h. dein eigenes Werk und das vetretende Werk im Hinblick auf ihre wirklichen Bedürfnisse. Zweitens, dein Anteil an der Brüder Werk und schließlich drittens, um den Nächsten zu helfen, nämlich durch Belehrung oder durchs Schreiben, oder Kleider nähen, oder was auch immer an gewünschter Arbeit da sein dürfte von 'ut ait Dominus "Non apparebis ante Me vacuus"' [wie der Herr sagt:" Du sollst nicht vor mir leer erscheinen."].

(Untenstehend folgen Empfehlungen zur Genügsamkeit und zum Teilen.Wieviel Freude kann man an seinem Wohlergehen erst haben, wenn man es mit seinem Nächsten teilen kann) Alles in der richtigen Reihenfolge; nemo enim nisi qui coronabitur legitime certaverit. [denn niemand wird gekrönt, mit Ausnahme jenem, der es rechtmäßig anstrebte.]

Folge Almosen vor allen Dingen.

Nimm nicht von Nahrungsmitteln bis du hungrig bist.

Schlaf nicht, bis du dazu Lust verspürst.

Sprich nicht nur geschäftlich.

(Wir sind Menschen, keine Maschinen. Sollte jemand z.B. mit Kummer oder einem privaten Anliegen zu ihnen kommen, selbst im Arbeitstress, so vergessen sie nicht, das der Lohn Gottes für gute Taten mehr wiegt als jede Lohnstunde oder verdiente Münze ) Jede Erhöhung, welche zu dir in rechtmäßigen Mahlzeiten kommt oder im Tragen der Kleidung, gebe sie aus Mitleid an die Brüder, die sie benötigen oder an die Armen in gleicher Weise.

Die Liebe zu Gott sei mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Kraft;

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Bleibe beim Testament Gottes durch alle Zeiten.

Dein Maß des Gebets soll sein, bis deine Tränen kommen; (Es langt vollkommen, wenn sie ein für sie berührendes Gebet finden.Im Didache, den Apostelgeboten steht die Empfehlung 3x täglich das Vaterunser zu beten)

Oder dein Maß der Arbeit des Tagewerks bis deine Tränen kommen; (Auch hier soll es genügen, das die Arbeit sie ausfüllt und sie ohne schlechtes Gewissen zurücklässt, so das sie auf ihrer Hände Werk zu Recht stolz sein können.)

Oder dein Maß für dein Werk des Tagewerks oder deiner Kniebeugen, bis dein Schweiß oft kommt, wenn deine Tränen nicht kommen wollen.

(Ohne Fleiß kein Preis oder auch ora et labora d.h. Bete und Arbeite ist eine uralte Regel aller Mönche. Es wird von Ihnen nicht verlangt werden für uns zu arbeiten oder sich gar zu verausgaben. Ein erfülltes Leben geht unserer Meinung nach mit einer guten Balance aus Arbeit, geistiger Nahrung und Erholung einher, Müßiggang ist hingegen aller Laster Anfang, so heißt es.)

Quellen

Siehe Quelle: http://www.fordham.edu/halsall/source/columba-rule.asp

Originaltext aus

A. W. Haddan and W. Stubbs, Councils and Ecclesiastical Documents Relating to Great Britain and Ireland II, i (Oxford: Oxford University Press, 1873), pp. 119-121.

Unbekannte Lizenz wahrscheinlich Copyright oder Copyright by keltische Kirche

Diese Seite ist laut Angaben NICHT gemeinfrei, dies bedeutet, das der Autor bekannt ist und die Verwendung hier unter der generellen Lizenz für dieses Wiki gestattete.